Von allen drei Schichtformen wird die Spätschicht oft als die unbeliebteste angesehen – man verpasst Abende mit Familie oder Freunden, kommt erst spät nach Hause und hat am nächsten Tag manchmal Mühe, rechtzeitig wieder in Schwung zu kommen. Trotzdem gibt es für viele durchaus Seiten daran, die sie zu schätzen wissen, auch wenn sie im ersten Moment nicht offensichtlich sind.
Ein Punkt, der mir dabei direkt einfällt, ist der freie Vormittag. Während andere schon früh aus dem Haus müssen und im Berufsverkehr feststecken, kann man in der Spätschicht in Ruhe aufstehen, gemütlich frühstücken und den Vormittag für Erledigungen nutzen – Ämtergänge, Arzttermine oder einfach einen entspannten Kaffee, ganz ohne Hektik. Für viele ist das ein echter Luxus, den man im klassischen 9-to-5-Job so nicht hat.
Auch der Feierabend spielt eine Rolle, wenn auch anders als gedacht: Zwar kommt man erst spät nach Hause, dafür ist der Arbeitsweg oft entspannter, weil der abendliche Berufsverkehr längst vorbei ist. Manche genießen zudem die ruhigeren Arbeitsbedingungen am Nachmittag und Abend – weniger Kunden, weniger Meetings, dafür mehr Zeit, konzentriert Aufgaben abzuarbeiten, die tagsüber im Trubel oft liegen bleiben.
Nicht zu vergessen sind auch finanzielle Aspekte, denn Spätschichten werden je nach Betrieb häufig mit einem Zuschlag vergütet – ein Ausgleich, der die verlorenen Abendstunden zumindest teilweise wettmacht. Und wer introvertiert ist oder einfach gerne seine Ruhe hat, empfindet die etwas leereren Straßen und weniger überfüllten Läden am Vormittag oft als angenehmen Nebeneffekt.
Mich würde interessieren, ob ihr das ähnlich seht oder ob bei euch ganz andere Vorteile im Vordergrund stehen, die euch die Spätschicht trotz allem schmackhaft machen.